Enyaliën Canyo

Die Sommersonne überflutete das weite Land. Bis hin zum breiten Horizont tauchten ihre goldenen Strahlen alles in solch gleißendes Licht, dass der Kühne blinzeln musste. Der junge Fuchs spürte, dass er sich mitten in einer neuen Welt befand. Vor ihm und um ihn herum breitete sich eine Hügellandschaft aus, mit vereinzelten Wäldern und Farngebieten.
    »Das ist die wirkliche Welt«, sagte er leise zu sich selbst. »Die weite, wilde natürliche Welt.« Die einzigen Bewegungen, die man in der ganzen Weite ausmachen konnte, waren der ruhelose Flug eines Vogels hier und da und das langsame Wogen des Grüns im leichten Wind. Begeistert murmelte es der Kühne immer wieder vor sich hin: »Die wirkliche Welt, die wirkliche Welt...« Abenteuerlust hatte ihn erfüllt, als er die Grenze des Naturschutzgebietes, in dem seine Familie lebte, überschritten hatte. Und diese Abenteuerlust erreichte jetzt einen neuen Höhepunkt. Er schnellte vorwärts und jagte durch das Gras, seine Gesundheit und seine Kraft ließen ihn jubilieren.

– Colin Dann –


Dieses Bild habe ich 2004 für einen Kalender (für den Monat Mai) gezeichnet. Der Titel ist Quenya und bedeutet "In Erinnerung an den Kühnen", inspiriert von Colin Danns Kinderbuch "Jagd auf den Schatten", aus seiner Reihe Als die Tiere den Wald verließen. Dafür habe ich mich (ein letztes Mal) an ein farbiges Bild gewagt und versucht, den Kühnen so realistisch wie möglich einzufangen, in einer Atmosphäre des Gedenkens. Dafür habe ich wieder eine Vorlage benutzt (siehe rechts), bin mit dem Ergebnis aber nie wirklich zufrieden gewesen – das Bild macht auf mich einen unfertigen Eindruck. Es hat mich in der Überzeugung bestärkt, dass Farben nicht mein Ding sind, und dass ich wieder zu einem weniger realistischen Stil zurück will.