In Schönheit sitzend

Ich liebe Füchse. Seit ich denken kann bin ich von diesen Tieren fasziniert. In meinen Augen sind sie die schönsten Geschöpfe auf Erden. Ihre lange Schnauze, ihr flaches, schnittiges Gesicht, mit den großen Stehohren, der flauschige Schweif, die Farbe ihres Fells, ihre Art sich zu bewegen... und vor allem ihr unverwechselbarer Charakter, der ihnen einen unsterblichen Platz in Fabeln und Märchen gesichert hat: verstohlen und listig, frech, trickreich gegenüber dem Menschen, unzähmbare Einzelgänger genauso wie sorgende Eltern, meisterhafter Jäger genauso wie das meistgejagte Tier auf diesem Planeten – und doch niemals ausgerottet wie Wolf und Bär, alles hat er überlebt, der Fuchs. Jedesmal wenn mir eins dieser scheuen Tiere bei meinen Wanderungen über den Weg läuft bin ich zutiefst bewegt...

Angespornt vom Ergebnis des vorherigen Bildes, das ich von einem Foto abgezeichnet hatte, habe ich mir im Sommer 2003 bewusst ein weiteres Fuchsfoto vorgenommen, um vom comichaften Stil weiter wegzukommen und die Fuchsanatomie realistischer einzufangen und kennenzulernen. Es ist nicht ganz perfekt, und wieder ist mir die Zweidimensionalität der Vorlage zum Verhängnis geworden. Aber insgesamt ist es sehr eindrucksvoll geworden, und ich bin nach wie vor überrascht, dass ich es innerhalb eines halben Jahres geschafft habe, mich von Bleistiftkrakeleien zu einem solchen Realismus zu entwickeln.