Feder

»Wir müssen sehen, dass du wieder zu Kräften kommst«, sprach sie voller Entschlossenheit das aus, worüber sie gerade nachgedacht hatte. »Von allem, was wir in Zukunft fangen werden, musst du den größeren Teil bekommen.«
    »Aber, ich... «, wollte er einwenden.
    »Das ist schon beschlossene Sache«, sagte sie energisch. »In deinem ganzen Leben hast du eigentlich nie eine richtige Chance gehabt. Jedenfalls hat man dir deine Chancen viel zu schnell genommen. Für dein Alter hast du schon viel zuviel erleiden müssen, und ich... ich werde es zu meiner Aufgabe machen, dass du wieder gesund wirst.«
    »Aber, Feder, ich kann doch nie mehr richtig gesund werden. Mein Bein wird nie mehr richtig heil.«
    »Egal, auf jeden Fall wirst du wieder mehr Fleisch auf die Knochen bekommen.«
    Der Kühne schaute sie ungläubig an. »Ich bin so froh, dass ich dich getroffen habe«, sagte er dann.
    »Ich kann froh sein«, gab sie zurück. Aber sie verriet nicht, warum sie das dachte, und überließ den Kühnen für den Moment seiner glückseligen Unwissenheit.

– Colin Dann –


Wie bereits das vorhergehende Bild ist auch dieses inspiriert durch eine Passage aus Colin Danns Kinderbuch "Jagd auf den Schatten" – aus seiner Reihe Als die Tiere den Wald verließen. Es ist im Frühjahr 2001 als das zweite von drei Bildern in Wasserfarben entstanden, gemalt auf Karton im Format 60*90 cm. Von der Form her ist es stark an den Stil der Fernsehserie angelehnt. Im Vergleich zum ersten Bild der Reihe habe ich mich ein wenig verbessert, obwohl die Farbwahl wieder nicht optimal und der Kühne ziemlich grob coloriert ist.